Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkungsweise der Spenglersan® Kolloid Immun-Therapie

Actio und Reactio

Den Lebensäußerungen aller noch so verschiedenen Lebewesen ist beim Zusammentreffen von Partnern oder potentiellen Gegnern eines gemeinsam: das Prinzip von Actio und Reactio, das Wesen von Wirkung und Gegenwirkung.

Wo sind in diesem Spannungsfeld eines Aufeinandertreffens z.B. von Krankheitserregern und Wirt, also von Krankheit und Gesundheit, die Spenglersan Kolloide anzusiedeln?

Trifft ein pathogener, virulenter Erreger auf einen empfängnisbereiten Wirt, so resultiert ein mehr oder minder schwerer Krankheitsprozess, der einerseits vom Ausmaß der Invasion und der Erregervirulenz und andererseits von der individuellen Abwehrfähigkeit des befallenen Individuums abhängig ist. Im Regelfall führt dieser Prozess zu einer Restitutio ad integrum, der Wiederherstellung der gesunden Ausgangsposition durch Vernichtung der Krankheitserreger.

Die Actio der Erreger (Wirkung auf den Makroorganismus) ist in bestimmten Fällen (so bei verschiedenen Pilzen und Viren) u. a. darauf gerichtet, die Reactio des befallenen Organismus zu behindern, konkret: die immunologische Abwehr primär lahm zu legen. Dieser Vorgang drückt sich z. B. dadurch aus, dass der Rezeptor CD 68 durch Pilzprodukte experimentell down reguliert werden kann (pers. Mitt. Dr. G.-H. Müller, 1996).

Durch eine – wie in diesem Fall – temporäre Suppression der Immunabwehr verzögert sich der Gesundungsprozess. An diesem Punkt greift das Spenglersan Kolloid G an. Es erzwingt z. B. die Expression bestimmter Zellrezeptoren (so nachgewiesen an Epi- und Endothelzellen) und ermöglicht dadurch den Abwehrzellen des Körpers in einem früheren Krankheitsstadium als herkömmlich aktiv zu werden. Wie dieser Prozess molekularbiologisch abläuft, soll – soweit er aufgeklärt ist – nachfolgend gezeigt werden.

Nach Durchsicht der vorhandenen Literatur ließen sich aus den umfangreich erprobten Anwendungsgebieten – insbesondere des Spenglersan Kollids G – zwei übergeordnete Indikationsgebiete eingrenzen:

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Abb. 1: Kontraktion des M. sphincter pupillae nach Injektion von Spenglersan Kolloid G in die Augenvordcrkammer excadaverierter Rinderaugen. Optimum der Pupillenverengung (konzentrationsabhängig) im vorliegenden Fall 15 min post application.

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Abb.2: Schema eines Hühnerembryos (aus SCHRÖDER 1972). l Kalkschale mit Oberhäutchen, 2 Schalenhaut, 3 Luftkammer, 11 Amnionhöhlc, 14 Allantoishöhle, 15 Allantochorion, 17 Dottersack, 19 Eiweißschicht, 20 Sinius tenninalis, 21 A. omphalomesenterica, 22 V. omphalomesenterica, 23 A. umbilicalis, 24 V. umbilicalis

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Abb.3: Mittlere Veränderungen des Mikroleukokrits in Arteriolen einer menschlichen Ellenbeuge (N=12) in zeitlicher Folge nach perkutaner Applikation von Spenglersan Kolloid G

Befindlichkeitsverbesserung durch Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.

Antiphlogistische und antiinflammatorische Vorgänge werden neural über das Vegetativum gesteuert. So lag nahe, die Wirkungseffekte von Spenglersan Kolloiden auf das Vegetativum zu prüfen.

Die Erweiterung der Pupille bzw. deren Verengung wird über den Sympathikus und Parasympathikus gesteuert. Eintropfen von Pilocarpin verengt die Pupille und ermöglicht im akuten Glaukomfall auf diese Weise durch Weitstellung des Winkels die Druckminderung in der Vorderkammer und dadurch Abflusserleichterung für das Kammerwasser.

In einer Fallbeschreibung weist Dr. Wiegand darauf hin, dass durch Anwendung von Spenglersan Kolloid K ein Glaukomgeschehen gebessert wurde. Zahlreiche andere Fallbeschreibungen verweisen auf Besserung bestehender Darmträgheit durch Spenglersan Kolloid Anwendung. Mitteilungen dieser Art verwundern zunächst. Werden jedoch die hier erstmalig dargelegten wissenschaftlichen Ansätze zur Interpretation herangezogen, so klärt sich das Bild. Durch Verengung der Pupille wird der Abfluss des Kammerwassers begünstigt; durch Anregung der glatten Muskulatur wird die Darmträgheit aktiviert.

Wird Spenglersan Kolloid G in den Bindehautsack eingebracht (verwendet wurde eine D4 Potenzierung bei Ratte und Kaninchen), so lässt sich ein Effekt auf die Pupille beobachten. Um diesen Effekt zu quantifizieren, wurden Untersuchungsserien an excadaverierten Rinderaugen durchgeführt (vgl. Abb. l).

Diese Beobachtung legt den Verdacht nahe, dass die glatte Muskelzelle als Ansprechpartner in Betracht kommt.

Ein weiteres Modell, in dem glatte Muskelzellen in vivo der Beobachtung zugänglich gemacht werden können, ist die Chorion-Allantois-Membran (CAM) des embryonierten Hühnereies (vgl. Abb.2).

Wird ein Tropfen Spenglersan Kolloid auf die gefäßführende Membran getropft, so ist unmittelbar danach eine Konstriktion der Arteriolen zu beobachten. Wesen und Bedeutung dieser Beobachtung waren zunächst unklar.

Durch nachfolgende Untersuchung dieses Phänomens mit Hilfe der Intravitalmikroskopie an der Haut der menschlichen Ellenbeuge konnte ein weiterer, wesentlicher Wirkungseffekt festgestellt werden: Anstieg des Mikroleukokrits (vgl. Abb.3), hier jedoch noch ohne Adhäsion der Zellen.

Blutbilduntersuchungen am Kaninchenohr wiesen darauf hin, dass offenbar sämtliche weißen Blutzellen von der lokalen Anreicherung betroffen sind (vgl. Videofilm: Die Spenglersan Kolloid Immuntherapie)

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Abb.5: Beispiel für die Expression von Adhäsionsmolekülen durch Zusatz von Spenglersan Kolloid G in Zellkulturen: CD 11a an Endothelzellen der V. umbilicalis.

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Abb.4: Beispiel für die Expression von Adhäsionsmolekülen durch Zusatz von Spenglersan Kolloid G in Zellkulturen: ICAM I an Epidermiszellen Stratum basale.

Die Resorption

Die allgemeinen Vorstellungen der Schulmedizin gehen davon aus, dass Stoffe – auf die Haut oder Schleimhaut aufgebracht – zur Wirkungsentfaltung zuvor resorbiert werden müssen.

Dass dieses Denkmodell nur bedingt richtig ist, sollte sich bald zeigen. Es ist nur dort voll gültig, wo Dosis-Wirkungsbeziehungen auf eine direkte Wirkung schließen lassen.

Spenglersan Kolloide liegen für therapeutische Anwendungen in einer D9 Potenzierung vor. Wird ein Stoff resorbiert, so ist zum einen von seiner weiteren Verdünnung wahrend der Resorption auszugehen. Nur ein Bruchteil würde vermutlich über die Interzellularspalten in den Lymphstrom geraten und über diesen weitergeleitet oder nach Eintritt in das Endstromgebiet bioverfügbar sein. Zum anderen wäre – via Resorption – zeitlich von einer Bioverfügbarkeit auszugehen, die mit dem schnellen Anstieg des beobachteten Mikroleukokrits (vgl. Abb. 3) kaum in Einklang zu bringen ist. Resorptive Vorgänge als alleinige Voraussetzung für den gemessenen Wirkungseffekt sind daher anzuzweifeln.

Werden kultivierte Epidermiszellen mit Spenglersan Kolloid Ginkubiert, so exprimieren diese Zellen Rezeptormoleküle, die mit Hilfe monoklonaler Antikörper sichtbar gemacht werden können. Diese Rezeptorexpression an sich ist nicht verwunderlich, da verschiedene Stoffe diesen Vorgang provozieren können. Erst der quantitative Vergleich des Effektes zwischen Versuch und Kontrolle gibt Aufschluss über seine Bedeutung.

Aus der Differenz der exprimierten Rezeptormoleküle (hier konkret von ICAM l = Interzelluläres Adhäsionsmolekül, vgl. Abb.4) zwischen Kontroll- und Versuchsansatz kann der Schluss gezogen werden, dass Spenglersan Kolloid G in der Lage ist, die Epidermiszellen offenbar durch Kontakt anzuregen, denn die Rezeptorexpression ist ein zellaktiver Vorgang. Dasselbe wäre für den Fall einer Down-Regulierung anzunehmen, etwa bei höherer Rezeptorzahl in der Leerkontrolle als im Versuchspräparat.

Bereits hier sei angemerkt, dass in der Rezeptorexpression von ICAM l die Funktion zu sehen ist, Leukozyten zu binden oder gar anzulocken, denn die Gegenrezeptoren LFA (= Leukozytäres funktionsverbundenes Molekül) befinden sich auf den Leukozyten.

Da auch von Endothelzellen bekannt ist, dass sie in der Kultur zur Expression von Rezeptoren veranlasst werden können, wurde dieser Vorgang unter Zusatz von Spenglersan Kolloid G geprüft (vgl. Abb.5).

Sowohl Epidermiszellen als auch Endothelzellen reagieren, wie gezeigt werden konnte, Spenglersan-sensitiv. Dies ist als Globalaussage zu verstehen, wobei differenziert werden muss, welche Rezeptoren an welchen Zellen auf welches Spenglersan Kolloid reagieren.

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Abb.6 B: Schematisch dargestellte Kontraktion einer Arteriole nach Einwirken von Spenglersan Kolloid G:

b.) Kontraktion mit „Trichterbildung“ am Übergang zur Normalstellung (große Zellen häufen sich infolge Abflussbehinderung vor Einengung an);

c.) Ausbildung von Adhäsionsmolekülen an den Endothelzellen (vgl. Abb. 5);

d.) Migration der Leukozyten in das Gewebe.

 

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Abb.6 A: Schematisch dargestellte Kontraktion einer Arteriole nach Einwirken von Spenglersan Kolloid G:

a.) normale Gefäßweite

 

Die Entzündung

Der Wesenszug einer Entzündung und der nachfolgenden Reparatur des entzündlich veränderten Gebietes läuft nach heutiger Vorstellung im wesentlichen wie folgt ab:

  • Eindringen von Fremdstoffen, tot oder als lebender Krankheitserreger, Vermehrung der Erreger, intra- oder extrazelluläre Ausbreitung bzw. deren Persistenz.
  • Nach dem Eindringen (Invasion) bestimmter Erreger (so häufig bei Pilz- oder Virusbefall) kann es – offenbar ausgelöst durch die jeweiligen Erreger – zu einer temporären immunsuppressiven Reaktionslage des befallenen Wirtes (lokal oder generalisiert) kommen. Erst im Verlauf der nachfolgenden Reaktionsphasen restauriert der Wirt seine Abwehr, z.B. durch Anstieg der CD4/CD8-Rate auf über 1,5, Anstieg der Killerzellrate und anderer Merkmale.
  • Die Abwehrzellen dringen in das entzündete Gebiet vor, um am Ort des Geschehens zu phagozytieren, also ihre “Straßenkehrerfunktion“ ausüben zu können. Dazu müssen sie die Blutbahn verlassen.
  • Für die Leukozyten (vergleichbar mit Booten in einem schnell fließenden Strom) bedeutet das zwingend, festklammern an der Stromwand (Ufer) oder biologisch formuliert, Expression von Rezeptormolekülen, über die sie an den Gefäßwandzellen (Endothelien) ankoppeln können. Nur dadurch werden sie in die Lage versetzt, anschließend durch die Gefäßwand hindurchtreten zu können, anderenfalls würden sie durch den Druck des Blutstromes fortgespült.

Auf die ebenfalls erforderlich werdenden Veränderungen an den Endothelzellen, das “Ausfahren der Anlegestellen“ im schnell fließenden Blutstrom wird im Abschnitt “Rezeptorexpression an den Endothelzellen“ eingegangen.

Verlangsamung der Strömungsgeschwindigkeit

Damit aber die weißen Zellen in den Randstrom gelangen können, wird ein zweiter Mechanismus wirksam. Die Geschwindigkeit des Blutstromes wird verringert und zwar ganz gezielt nur in dem Bereich, in dem die Migration stattfinden soll (schematisch dargestellt in Abb.6). Eine ungezielte oder allgemeine Blutstromverlangsamung würde chaotische Folgen nach sich ziehen.

Eine Verlangsamung der Strömungsgeschwindigkeit wird herbeigeführt, indem sich die Arteriolen mehr oder weniger stark kontrahieren, dadurch entsteht vor dem Kontraktionsareal ein Gebiet mit langsamer Fließgeschwindigkeit (etwa wie vor einer Trichteröffnung). Die kleineren Zellen, Erythrozyten und Thrombozyten, können weiterhin durch die Engstelle (Trichteröffnung) abfließen, die großen Zellen müssen zurückbleiben, sie werden auf diese Weise im Stauareal angereichert. Der oben beschriebene Mikroleukokritanstieg (vgl. Abb.3) ist das messbare physiologische Ergebnis dieser Anreicherung.

Rezeptorexpression an den Endothelzellen

Um in einem gesunden Endstromgebiet einen normalen Blutfluss anzunehmen, ist von der Vorstellung einer “glatten“ Gefäßwand auszugehen, sämtliche “Wandunebenheiten“ dürften den regulären Blutfluss, also das Hindurchzwängen von Erythrozyten durch die feinsten Kapillaren, behindern und dadurch den Druck erhöhen. Rezeptoren z.B. für Blutzellen sind daher nicht ständig an den Endothelzellen vorhanden, sie werden nur unter bestimmten Voraussetzungen ausgebildet, bleiben bestimmte Zeit existent und werden danach downreguliert, zurückgebildet. Über diesen Prozess läuft z.B. das “Homing“ ab, Rückkehr und Anreicherung der Zellen in lymphatischen Organen.

Werden kultivierte Endothelzellen mit Spenglersan Kolloid G in Kontakt gebracht, so veranlasst das Präparat die Endothelzellwandung zur Expression von Rezeptoren, namentlich jenen, die zum Andocken der Leukozyten gebraucht werden, den Adhäsionsmolekülen.

Unter diesem Aspekt stellt sich die Frage, ob die im histologischen Schnittpräparat eines Entzündungsgebietes zu beobachtenden peripheren Verschlüsse – wie von Pathologen interpretiert – wirklich Mikrothromben darstellen, die das Entzündungsgebiet abriegeln sollen, um das Abströmen schädlicher Stoffe zu verhindern. Ebenso gut wären sie als Folge einer überschießenden, lokalen Arteriolenkonstriktion anzusehen, die dem Anstauen der weißen Zellen dient.

Schnupfen und Infekte der oberen Luftwege

Der oben dargestellte Entzündungsvorgang, vom Eindringen der Erreger bis zur leukozytären Reparatur, dauert bei Infektionen durch Rhinoviren mehrere Tage, angefangen von der serösen bis zur leukozytären, eitrigen Phase.

Bei beginnendem Schnupfen wird Spenglersan Kolloid G sofort lokal auf die Nasenschleimhaut aufgetragen (siehe auch Kapitel D Therapieempfehlungen). Durch die damit erzwungene Vasokonstriktion der Arteriolen wird die viral induzierte frühe immunsuppressive Entzündungsphase mit Schwellung der Schleimhaut und Rötung umgangen. Es kommt zum spürbaren Abschwellen der Schleimhaut mit sofortiger Rezeptorexpression. Dadurch wird die Migration der Zellen ermöglicht und so die eitrige Schlussphase frühzeitig eingeleitet.

Derselbe Vorgang gilt bei Infekten der oberen Luftwege ganz allgemein. Der Krankheitsverlauf bei grippalen Infekten wird durch Spenglersan Kolloid G Anwendung gegenüber anderer Medikation signifikant verkürzt (vgl. Klopp: Studie zur Infektprophylaxe und Infekttherapie bei Kindern).

Ein weiteres Wirkprinzip über das Rezeptorverhalten von Zellen der Nasenschleimhaut nach Einwirkung von Spenglersan Kolloid G wurde vor kurzem entdeckt.

An den Rezeptor CD 54 koppeln neben Leukozyten auch bestimmte Rhinoviren an. Die Existenz dieses abgelösten Rezeptors im Nasenschleim kann als physiologische Schutzbarriere gegen solche Infektionen gedeutet werden, deren Erreger an CD 54 ankoppeln und durch die Bindung an einen von der Zelle gelösten Bindungsort neutralisiert werden und die Schleimhautzellen erreichen, koppeln offenbar an deren CD 54 Rezeptoren an und führen zur Infektion der Zelle (Schnupfen).

Nach Anwendung von Spenglersan Kolloid G sind die CD 54 Rezeptoren sowohl an den Schleimhäuten wie im Schleim nicht mehr nachweisbar. Eine durch den Wirkstoff verursachte Down-Regulation kann für das Nichtreagieren der Rezeptormoleküle des Schleims mit dem Antikörper CD 54 als Erklärung nicht dienen. Nach Einwirkung von Spenglersan Kolloid G wird eine Destruktion der Rezeptorstruktur oder eine Blockade der Bindungsstellen erreicht. Dadurch können die Rhinoviren nicht mehr ankoppeln, eine Infektion und damit ein Schnupfen wird weitgehend vermieden.

Das Wirkprinzip

Der klassische pharmakologische Wirkmechanismus, abhängig von Dosis und Bioverfügbarkeit, ist ein somatogener Wirkungseffekt.

Eine zweite Möglichkeit ist das bei Spenglersan Kolloid G beobachtete, über Rezeptorstimulation ablaufende, immunbiologische Wirkprinzip.

Während eine Rezeptorexpression an den Epithelzellen in vitro durch den direkten Kontakt mit einem Wirkstoff erklärbar ist, können wir uns dieselbe Rezeptorexpression in vivo endothelial durch epithelialen Wirkstoffkontakt jedoch nicht ohne weiteres vorstellen.